Gemäß meinem Motto Kinder gelassen lernen lassen, interessiere ich mich immer wieder für andere Lernerfahrungen und andere Lernumgebungen. Vor einigen Jahren sind wir selber mit zwei unserer Kinder im Wohnmobil vier Monate durch Europa getourt und haben sie selber beschult. Auch werden wir dieses Projekt  im nächsten Jahr noch einmal wiederholen. In diesem Zusammenhang habe ich nach Blogs und Literatur gesucht, die sich mit dem Langzeitreisen mit Teenagern beschäftigen. Leider war die Auswahl nicht sehr groß. Ich habe daher in meiner Online Community nachgefragt und so landete ich bei der Empfehlung “Mit 6 Kindern um die Welt”.  Nun war das Buch nicht gerade das, was ich gesucht hatte, aber aufgrund mangelnder Alternativen habe ich es mir dann doch gekauft.

Ein anderes Modell von Lernen

Und was soll ich sagen, nach den ersten Seiten hatte es mich restlos gepackt. Zwar kam das Thema Lernen erst deutlich später, da die Geschichte bereits beginnt, als die Autoren noch ein kinderloses Paar sind, aber der Schreibstil gefiel mir so gut, dass ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Spannend wurde es für mich, als das 1. Kind der Familie schulpflichtig  und den Eltern klar wurde, dass das deutsche Schulsystem  nicht ihrem Lebensgefühl entspricht. Die Familie verlässt ohne großes Budget Deutschland und geht nach England, um sich der Homeschooling Community anzuschließen.

Worldschooling

In vielen spannenden Kapiteln wird humorvoll die Geschichte dieser wachsenden Familie geschildert. England ist der Familie bald nicht mehr genug und sie entschließen sich, mit den Kindern durch die Welt zu reisen und sogenanntes Worldschooling zu betreiben. Ich gestehe, ich musste diesen Ausdruck googeln. Im Prinzip geht es darum, dass Kinder durch Reisen lernen. Dabei werden natürlich auch Kulturtechniken wie Schreiben, Lesen und Rechnen vermittelt. Fremdsprachen sind in der Regel kein Problem, da sie in den unterschiedlichen Ländern gelernt werden.

Von England….

Spannend fand ich, dass ich dieses Konzept bereits selber durchgeführt habe. Allerdings ohne den Ausdruck zu kennen. Auf unserer Reise haben wir uns viel mit Admiral Nelson beschäftig. Das war eher Zufall und entstand als wir am Trafalgar Square standen und ein Foto zu Füßen des Admirals machten. Von London ging es in den New Forrest und siehe da – in dem kleinen Örtchen Bucklar’s Hard hatte Nelson seine Flotte bauen lassen. Das kleine Örtchen ist heute ein Museum. Eine Biografie Nelsons steuerte noch so einige Informationen über seinen Lebenswandel bei.

… nach Spanien

Nachdem wir England verlassen hatten und der Atlantikküste bis nach Südspanien gefolgt waren, stießen wir auf dem Weg von Sevilla nach Tarifa auf einmal auf ein Hinweisschild Trafalgar. Nun hatten nicht nur die Kinder, sondern auch ich noch etwas dazu gelernt. Es war auf einmal kein Punkt auf der Landkarte im Geschichtsbuch, sondern ein realer Ort. Es ist schon klar, dass diese Details im Langzeitgedächtnis landen ohne zu pauken, da sie ja mit Bildern verknüpft sind.

Erfahrungen einer Worldschoolerin

Die Frage wie nun  Kinder diese Form von lernen empfinden, vor allen Dingen wenn sie erwachsen geworden sind, bewegte mich nun doch. Ich denke, dass hier die Geschichte einer Worldschoolerin die besten Erklärungen geben. Dazu möchte ich dir diesen Blog empfehlen. Hannah eine junge Frau, die in Kanada Geographie studiert, berichtet über die neunjährige Reise mit ihrer Familie.

Lernen – mehr als Schule und Noten.

Die Intention dieses Artikels ist nun nicht, dich zu einer Weltreise mit Kind zu bewegen. Wenn du das natürlich immer schon mal machen wolltest, dann findest du in dem Buch “Weltreise mit 6 Kindern”, die passende Anleitung. Mir ging es viel mehr darum zu zeigen, dass Lernen soviel mehr ist als Schule und Noten. Es ist toll, dass in Deutschland jedes Kind eine Schule besuchen und so an Bildung teilhaben kann. Aber dies sollte nicht dazu führen, dass Schule Kindheit und Familienleben bestimmt. Kein Kind sollte der Schule wegen eine einzige Träne vergossen oder Angst haben müssen und keinem Elternteil sollte die Schule schlaflose Nächte bereiten. Denn eines ist sicher, auch jenseits von Schule und Noten findet Bildung und Lernen statt – jeden Tag überall. Egal oben es nun Worldschooling, Homeschooling oder einfach gelebte Erfahrungen sind, die Kinder machen dürfen.

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